Die weißen Wattewölckchen sind zu einer massiven Mauer aus Wassertröpfchen geworden. Neben mir liegt ein Stapel Papier, weiß mit schwarzen Buchstaben, die für mich einmal toll aneinander gereiht waren und mir jetzt ein Kopfschütteln durch den Körper zucken lassen.
Ein Blatt weigert sich stur, dort auf dem Stapel liegen zu bleiben. Als Dank für die Schreibtischrebellion behalte ich es, hefte es an die Pinnwand. Sollte es es schaffen, da runter zu kommen, wird es eingerahmt. Die restlichen, normalen Blätter verteile ich morgen an ahnungslose Mitmenschen, um ihr Kursbuch zu bereichern und ihm vielleicht einen Funken meines Niveaus zu schenken. Niveau ist keine Hautcreme.
Meine Motivation ist nach diesem Tag mehr als nur in den Keller gesunken, ich könnte beinahe dem Erdkern zuwinken und ihm einen schönen Abend wünschen.
Das einzige, was mich bisher aufbaute waren eine Verabredung für den morgigen Nachmittag, die Tatsache, dass es nur noch 2 Stunden bis zur Heimkehr der besseren Hälfte sind und die Verdanabuchstaben, die mir mit der Reihenfolge na, süße? alles klar? ein Lächeln auf die Lippen zaubern. Nicht ganz wahrheitsgetreu antworte ich, alles sei Bestens. Menschen wie sie machen mich glücklich. Wie damals, vor ein paar Jahren, es ist genau das Gleiche. Wir kennen uns nur über Datenkabel aber manchmal habe ich das Gefühl, sie sei mir näher als manch anderer, der in ein paar Metern Entfernung wohnt. Vielleicht schaffen wir es auch mal wieder, uns richtig zu unterhalten.
Manchmal kommt alles auf einmal. Rechnungen zum Beispiel. Oder neue Probleme. Es ist Mitte Juli und jeder Zweite, mit dem ich in der letzten Zeit gesprochen habe, redet von Geldproblemen. Vielleicht war’s aber auch schon jeden Monat so und ich habe es einfach nur nicht mitbekommen.
Das Schuljahr ist so gut wie gelaufen, ich fühle mich schlecht dabei. Ich habe nicht annähernd das erreicht, was ich erreichen wollte. Mal wieder.
Archiv fürJuni 16, 2008
Ich bin – du bist – er ist – sie ist – es war